Wir geben nicht auf!

Ein Tag, dessen Hitze uns fast erdrückt. Eine Nacht, die kaum Kühle bringt. Wir spüren an eigener Haut den Klimawandel. In Italien trocknen die Felder aus, Meerwasser dringt in den Grund. In Portugal, in den USA, auch in Deutschland brennen die Wälder. Der Krieg vor unserer Tür lässt uns erschrecken, Lebensmittel und Brennstoffe werden knapp. Weltweit werden immer mehr Menschen sich auf den Weg machen müssen, fliehen vor Hunger und Gewalt. Was können wir tun angesichts dieser unfassbaren Not, dieser nicht enden wollenden Spirale von Zerstörung auf vielen Ebenen?

Wir hörten heute von einer Frau mit ihrem Baby, die in unserem Schutzhaus wohnt. Zuvor schlief sie im Park in Athen, weil sie kein Obdach fand, niemanden, der sie aufnahm. Nachts schreckte sie auf, als jemand ihr das Baby entreißen wollte. Warum? Sie weiß es nicht, sie weiß nur, dass sie sich wehrte. Ein tiefe Narbe auf ihrer Stirn zeugt von diesem Überfall. Nun hat Francine mit ihrer kleinen Tochter in unserem Schutzhaus Aufnahme gefunden. Sie braucht viel Unterstützung, ist oft wie abwesend. Doch jetzt erst einmal: Sicherheit. 12 Frauen und Kinder können wir in unserem Schutzhaus beherbergen und unterstützen. Zu wenig? Zu wenig!

Sahin ist schwul und ist im Iran mit Elektroschocks gefoltert worden, um es ihm auszutreiben. Er ist ein Künstler, er malt und entwirft wunderbare Bilder und Stoffe. Manchmal weiß er nicht weiter, dann unterstützen wir ihn mit Geld für Lebensmittel oder Miete. Viele seiner Freunde haben ein ähnliches Schicksal wie er. Vor der Gewalt geflohen sind sie immer noch nicht sicher in Griechenland, doch sie haben Hoffnung.

Manchmal ist das Leid so groß, die Verletzung so unermesslich, die erfahrene Gewalt unvorstellbar. Wir spüren, wie wenig wir tun können, wie wir immer wieder an unsere Grenzen stoßen. Und doch geben wir nicht auf! Kleine Gesten, kleine Schritte, Schutz, Geduld, immer wieder Hoffnung. Just human.

Bitte sei dabei!