Auftaktveranstaltung – “Rettungskette für Menschenrechte”

Rede von Tobias Gruß, Vorstand just human e.V., am 24. April bei der Auftaktveranstaltung zur „Rettungskette für Menschenrechte“, die am 18. September 2021 stattfinden wird:

Hallo Zusammen. Mein Name ist Tobias Gruß und ich freue mich, dass heute so viele Menschen gekommen sind um bei der Auftaktveranstaltung „Rettungskette für Menschenrechte“ ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Just human e.V. engagiert sich für Menschen auf der Flucht, setzt sich für Menschenrechte weltweit ein und engagiert sich bei der Bekämpfung von Fluchtursachen. Just human unterstützt grundsätzlich alle Menschen, besondere Zielgruppen sind dabei Menschen aus dem LSBTTIQ-Bereich und Frauen und Kinder, weil diese Gruppen weltweit in besonderer Weise Gewalt und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Unterstützt werden einzelne Menschen, die in aktuellen Notsituationen Hilfe benötigen. Da ist z.B.

Sina, Sie floh aus der Demokratischen Republik Kongo, um für sich und ihre kleine Tochter ein besseres Leben zu finden. Sie möchte lernen, arbeiten, für sich und ihr Kind sorgen können. Jetzt ist Sie im Lager in Lesbos. Das Lager macht sie krank, die Enge, die Nässe, der Lärm, die Unsicherheit. Sie sagt: Bitte helft mir, ich kann hier nicht mehr atmen.

Jean er floh aus Kamerun. Er ist ein junger Mann, der sich engagiert für andere, der arbeiten möchte und unabhängig leben will. Er ist ebenfalls im Lager in Lesbos. Er hilft überall mit, hat kleine Heizöfen organisiert, die in den kalten Nächten ein klein wenig Wärme in die Zelte im Lager bringen – wenn es Strom gibt.

Sarah sie wurde als Mohamed im Iran geboren. Als ihre Transsexualität bekannt wurde, wurde sie mit Elektroschocks gequält, um sie umzustimmen. Auf der Flucht und danach, in Athen, wurde sie vergewaltigt, misshandelt, nicht respektiert. Ob ihr Asylgesuch anerkannt wird, ist auch nach zwei Jahren Aufenthalt in Europa nicht geklärt.

Mayala sagt:  Für uns, die wir hier in Griechenland sind, wir brauchen Schutz. Wir wollen aus diesem Leiden herauskommen, wir wollen frei sein, aufblühen.

Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sind an den Grenzen Europas an der Tagesordnung. Wer es überhaupt bis an die Küsten Europas schafft, wird zurückgeschickt aufs offene Meer. Wer es schafft, an Land zu kommen, wird in Lagern interniert, muss über Monate und Jahre unter den elendsten Bedingungen leben.

Just human fordert : Menschenwürdige Behandlung für alle Menschen, Durchsetzung der Menschenrechte für alle Menschen, Aufnahme der Geflüchteten in europäische Länder, Solidarität mit den Staaten an den Außengrenzen wie Griechenland, die überfordert sind mit der Versorgung von Schutzsuchenden.

Stuttgart hat sich zum Sicheren Hafen erklärt. Baden-Württemberg muss Sicherer Hafen werden. Lasst uns Menschen aufnehmen, die Schutz und Hilfe suchen. Lasst uns solidarisch sein mit Sina, Jean, Sarah und Mayala, auch in der aktuellen Krise durch Corona, die die Schutzlosesten am stärksten trifft.