Notrufe aus Athen

Verzweifelte Notrufe erreichen uns aus Athen. Ältere Menschen, Frauen mit Kindern, Familien – unzählige Menschen, die vorher in Moria oder anderen Flüchtlingslagern waren, leben jetzt ohne Schutz in Parks und auf den Bürgersteigen.

Die 86jährige Elaha (alle Namen geändert), die von ihrer Schwiegertochter notdürftig vor dem Regen geschützt wird, war schon in Moria krank. Als sie die Flüchtlingsanerkennung bekamen und Moria verlassen durften, schien das eine gute Nachricht. Jetzt sind sie – wie hunderte Andere – in Athen, obdachlos und ohne jeden Anspruch auf Hilfe.

Hintergrund:
Seit einigen Wochen erkennt die griechische Regierung immer mehr Geflüchteten in Moria den Flüchtlingsstatus zu. Offenbar soll so die weitere Ausweitung der Lager vermieden werden. Innerhalb von fünf Tagen müssen alle, die einen Flüchtlingsstatus bekommen, die Lager verlassen. Sie dürfen gehen, wohin sie wollen. Doch mit dem Verlassen der Lager verlieren sie zunächst jeden Anspruch auf Unterstützung. Erst mit einer neuen Meldeadresse könnten sie erneut Unterstützung beantragen und auch eine Steuernummer und die Krankenversicherung, die sie brauchen, wenn sie arbeiten wollen.

Doch zunächst kommen viele mittellos in Athen an. Solmaz, die mit ihren Kindern aus Afghanistan geflüchtet ist, berichtet, dass sie ihr Geld in Moria für Lebensmittel ausgegeben hat. Ein Jahr haben sie dort gelebt. Alle Ersparnisse sind aufgebraucht. Mit den Kindern lagert sie nun seit zwei Tagen im Victoria-Park, ohne Versorgung, ohne Zugang zu Wasser, Toiletten, Schutz.

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