Neu: “Maison Chacha” – Schutzwohnung für LSBTTIQ-Geflüchtete

Viele LSBTTIQ-Geflüchtete wurden in den vergangenen Wochen obdachlos, weil in Athen das von der EU geförderte Wohnprogramm ESTIA II endet. Einige könnten in Flüchtlingslager ziehen, aber die Angst vor Verfolgung und Gewalt ist groß. Tabitha*, die jetzt im Maison Chacha wohnt, sagte: “Ich will nie mehr in dieses Lager zurückkehren!” Die Transfrau ist vor einem Jahr aus einem Lager geflohen, weil sie dort geschlagen, verhöhnt und vergewaltigt wurde.

Das Maison Chacha, eine 3-Zi.-Wohnung im Zentrum Athens, bietet Tabitha und anderen LSBTTIQ-Geflüchteten nun Schutz. Zudem werden sie von Ali, dem Projektmanager von just human, in ihren Asylverfahren und bei der Integration unterstützt.

Schutz, medizinische Versorgung, Rechtshilfe

Katja Walterscheid, Vorstand von just human, war zur Übergabe der Wohnung für das Maison Chacha in Athen. Die Wohnung gehört einer anderen NGO, die aus finanziellen Gründen keine Geflüchteten mehr betreuen kann. just human hat die Wohnung übernommen, um LSBTTIQ-Geflüchteten sichere Wohnangebote bieten zu können.

Im Maison Chacha erhalten LSBTTIQ-Geflüchtete neben dem Wohnangebot auch Beratung, Mittel für den Lebensunterhalt, für medizinische Versorgung und Rechtshilfe.

Um dieses Angebot finanzieren zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.

Die 4 LSBTTIQ-Geflüchteten im “Maison Chacha” brauchen:
– Lebensunterhalt mtl. je 100 €
– Medikamente mtl. 40 €
– Warme Kleidung je 100 €
– Rechtshilfe je 400 €   

– Strom/Heizung/Wasser mtl. ca. 180 €

Verfolgung und Todesdrohungen  – Menschenrechtsverletzungen zwingen zur Flucht

Viele Mitglieder der LSBTTIQ-Community müssen aus ihrer Heimat fliehen, weil sie dort verfolgt und teilweise sogar mit dem Tod bedroht werden. In 69 Staaten ist Homosexualität strafbar.

In Brunei, dem Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria und Saudi-Arabien werden homosexuelle Menschen aufgrund menschenfeindlicher Gesetze getötet. In fünf weiteren Ländern (Afghanistan, Pakistan, Katar, Somalia und den Vereinigten Arabischen Emirate) ist die Todesstrafe möglich.

In vielen Ländern sind sowohl staatliche Behörden als auch Kirchenvertreter*innen an der Verfolgung von LSBTTIQ beteiligt. Oft verweigern sie ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt.

Auch in ihren Zufluchtsländern sind LSBTTIQ-Geflüchtete weiter Bedrohungen ausgesetzt. Sie werden vielfach ausgebeutet, bedroht und erleben psychische und körperliche Gewalt.

Die Verwirklichung von Menschenrechten für LSBTTIQ ist ein wichtiges Ziel von just human.

2022 hat just human LSBTTIQ unterstützt, die vor Krieg und Verfolgung aus dem Iran, China, Kamerun, der DR Kongo, Marokko, Tunesien und der Ukraine fliehen mussten. Zudem setzt sich just human mit anderen Engagierten, z.B. als Mitglied von ILGA, im Bündnis “Queere Nothilfe Ukraine” und im AK LSBTTIQ der Stadt Stuttgart, für Menschenrechte von LSBTTIQ ein.

Jede Spende ermöglicht Unterstützung und ist ein wirksames Zeichen der Solidarität.