Herzenswunsch Sicherheit – Bericht aus Athen

Im Juli haben wir in Athen unser Schutzhaus für Frauen und Kinder “Maison Charlotte” besucht, uns mit Vertreterinnen der Caritas Athen, von Ärzte ohne Grenzen und von CRIBS ausgetauscht, die weitere Zusammenarbeit geplant und neue Kontakte geknüpft. Und wir haben uns mit Geflüchteten getroffen.

LGBT-Geflüchtete haben uns beschrieben, wie sie seit Monaten vergeblich versuchen, sich als asylsuchend zu registrieren. Ohne Registrierung sind sie rechtlos und ohne jede Unterstützung. Mütter, die mit ihren Kindern aus dem Elendslager auf Lesbos nach Athen geflohen sind, haben von Obdachlosigkeit und der Situation in den Athener Lagern erzählt. Hunger und die Hoffnung auf ein sicheres Zuhause waren ihre wichtigsten Themen. Viele haben über ihre Asylverfahren gesprochen und wir haben einmal mehr erfahren, wie notwendig Beratung und Rechtshilfe ist.

Während die Frauen und Kinder im Maison Charlotte die Unterstützung nützen können und sich zunehmend integrieren, bleibt die Not vieler geflüchteter Menschen in Athen groß. Einige sind dringend auf juristischen Beistand angewiesen, um ihre Rechte wahrnehmen zu können. Andere brauchen Geld für Medikamente und viele endlich wieder einen sicheren Platz zum Schlafen.

Bitte hilf uns helfen!

Nothilfe für Mütter und Kinder in Athen 
Mit Nothilfe für Lebensmittel und Medikamente unterstützt just human in Athen aktuell ca. 30 Mütter mit ihren Kindern und täglich erreichen uns neue Anfragen. Für diese Lebensmittelhilfe erhalten wir seit Juli 2021 eine Förderung von Sternstunden e.V., für die wir sehr dankbar sind. Mehrere Mütter und ihre Kinder sind obdachlos oder leben in elenden Behausungen in einem Flüchtlingscamp. Vier Frauen haben inzwischen Zimmer für sich und ihre Kinder gefunden, weil just human die Mietzahlung ermöglicht. Bitte mache mehr Unterstützung möglich!

Treffen mit LGBT-Geflüchteten
In Athen haben wir auch LGBT-Geflüchtete getroffen, die wir schon lange unterstützen und zum Teil schon bei unserem letzten Besuch in Athen im Oktober 2019 kennengelernt haben. Der Stand ihrer Asylverfahren ist sehr unterschiedlich, A. versucht seit Monaten, sich als asylsuchend registrieren zu lassen, R. bereitet sich auf seine Anhörung vor, M. hat gerade gegen die Ablehnung seines Asylantrags Widerspruch eingelegt. Die finanzielle Situation ist bei allen prekär: Ohne Asylantrag gibt es keinerlei Unterstützung, wer während des Asylverfahrens nicht in Lagern der griechischen Regierung oder in Unterkünften der UN lebt, bekommt keine Unterstützung, und auch wer abgelehnt wurde, bekommt keine Unterstützung. Viele LSBTTIQ-Geflüchtete haben nicht nur im Heimatland sondern auch auf der Flucht und in Griechenland Bedrohung, Verfolgung und oft massive Gewalt erlebt. Sie versuchen deshalb nach Möglichkeit außerhalb von Lagern zu leben.

Deine Spende schenkt Sicherheit!