Aktuelles Spendenprojekt: Somalia

Mara*, eine heute 35jährige Frau aus Somalia, machte sich 2014 auf den Weg nach Europa. Ungewöhnlich für eine junge Frau, als erste ihrer Familie zu fliehen – doch Mara wurde bedroht und hatte Angst um ihr Leben. Ihre Mutter bat sie, zu gehen und sich in Sicherheit zu bringen, Verwandte zahlten für die Flucht. Ihre Söhne Keynan und Ismail, heute 13 und 9 Jahre alt, musste sie bei der Großmutter und ihrem zweiten Mann Hanad zurücklassen. Der Vater von Keynan und Ismail ist gestorben und Mara ist in zweiter Ehe mit Hanad verheiratet. Als sie floh, war sie mit ihrem dritten Kind schwanger. Ihre Flucht führte über Äthiopien und den Sudan nach Libyen, dann mit dem Boot nach Italien. Das Boot, mit dem sie floh, geriet in Seenot. Die Flüchtenden wurden von einem Rettungsschiff aufgenommen, aber einige Menschen starben auf der Fahrt. Von Italien reiste Mara weiter bis Deutschland, wo im Januar 2015 der kleine Abdi geboren wurde.

Inzwischen ist Maras Asylverfahren abgeschlossen, sie ist als Flüchtling anerkannt und hat das Recht, ihre Familie nachzuholen. Ihr Mann wartete mit den beiden Kindern seit 2014 in Somalia auf diese Nachricht. Doch die Verhältnisse in Somalia haben sich verschlechtert, die Situation ist vor allem für Kinder sehr unsicher. Viele werden von Rebellen entführt und als Kindersoldaten rekrutiert. Manche Kinder werden entführt und als Boten mit Päckchen in Häuser geschickt. Sobald das Kind mit dem Paket im Gebäude ist, wird die im Päckchen versteckte Bombe per Fernzünder aktiviert.

2018 ist der Sohn einer nahen Verwandten von Mara so ums Leben gekommen. Hanad entschloss sich deshalb, mit den Jungen nach Kenia zu fliehen. In Nairobi, wo sie die Visa beantragen mussten, haben die drei nun ein Zimmer gemietet. Sie warten auf die Visumserteilung, um nach Deutschland nachreisen zu können. Doch das kann laut Aussage ihres Anwalts bis Ende 2020 dauern.

Arbeiten darf Hanad nicht, er ist auf Unterstützung angewiesen. Mara selbst gibt alles, was sie entbehren kann. Für Visa und Tickets nach Nairobi, die erste Miete, die Grundeinrichtung und den Lebensunterhalt hat sie ihrem Mann alle Ersparnisse geschickt und auch Geld von Freunden geliehen. Um in Nairobi leben zu können, brauchen Hanad, Keynan und Ismail monatlich Unterstützung weitere Kosten in Höhe von ca. 100 € fallen für Papiere, den Anwalt u.ä. an.

Der Stuttgarter Freundeskreis Neckarpark, der Mara und Abdi betreut, bittet um Unterstützung der Familie.

just human unterstützt die Familie seit Dezember 2018 mit Spenden für Miete und Essen. Bei allen Förderentscheidungen wird just human von Länderbeauftragen beraten, die aus dem jeweiligen Land kommen oder lange dort gelebt haben. Unsere Länderbeauftragten für Kenia haben uns bestätigt, dass für drei Personen 300 € monatlich für ein Leben in Nairobi ausreichen.Weil Hanad in Nairobi zunächst nur eine sehr teure und enge Unterkunft gefunden hat, gaben unsere Kenia-Beauftragten ihm außerdem Tipps für die Wohnungssuche. Hanad, Keynan und Ismail haben dadurch eine günstigere und größere Wohnung gefunden und konnten dabei mit weniger Unterstützung gut auskommen.

just human hat eine Unterstützung von einmalig 400 € (bei der zuerst höheren Miete) und dann 300 € für zunächst 4 Monate zugesagt, die Unterstützung konnte dann Dank vieler Spenden bis Dezember 2019 verlängert werden. Damit wir die Familie 2020 in den voraussichtlich insgesamt 10 bis 12 Monaten bis zur Visaerteilung unterstützen können, sind wir auf weitere Spenden angewiesen.

Bitte helft mit, Maras Familie in Kenia zu unterstützen! Spenden für das Projekt "Somalia" werden zu 100 % an die Familie in Nairobi weitergeleitet.

Hier spenden für: Somalia / Unterstützung Familiennachzug

(*alle Namen geändert)

 

 

Hilfe für Menschen auf der Flucht

Wir unterstützen Menschen, die vor Krieg, Gewalt, politischer oder persönlicher Verfolgung, Ausbeutung oder wirtschaftlicher Not fliehen müssen oder mussten. Ziel unserer Unterstützung ist es, dass alle Menschen in Sicherheit leben können. Dazu gehört die Möglichkeit, die Grundbedürfnisse zu befriedigen, Kontakt zu Familie und Freund*innen pflegen zu können sowie Zugang zu Gesundheitsversorgung, psychosozialer Hilfe, Schule, Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten. Wir unterstützen dazu beispielsweise beim Erreichen eines sicheren Lebensorts, bei der Bestreitung des Lebensunterhalts während der Verfolgungs- oder Fluchtphase, bei der Vermittlung und/oder Finanzierung von Rechtsberatung, gesundheitlicher und psychosozialer Hilfe. Gefördert werden können auch Maßnahmen zur schulischen oder beruflichen Bildung und beruflichen Verselbständigung.

Unterstützt werden sowohl Einzelpersonen in Kriegs- und Krisenregionen, auf der Flucht und im Zufluchtsland als auch Projekte, die die Ziele von just human befördern.